Therapie

Begleitung

Breast Care Nurse

In der erstklassigen medizinischen Betreuung hat sich die Breast Care Nurse als fester Bestandteil des multidisziplinären Teams etabliert.

Eine Breast Care Nurse ist eine diplomierte Pflegefachfrau. Sie verfügt über eine Spezialausbildung, um Brustkrebspatientinnnen und deren Angehörige zu beraten und zu betreuen - von der Diagnose über die gesamte Therapie bis hin zur Nachsorge.

In Gesprächen mit der BCN ergeben sich ausserdem Möglichkeiten, individuell über Ernährung, sportliche Betätigung, naturheilkundliche Anwendungen, das veränderte Körperbild oder Sexualität zu sprechen, und bei Bedarf auch Familienangehörige miteinzubeziehen. Zudem kann sie Kontakte zu Sozialdiensten, Selbsthilfegruppen, psychologischen Dienstleistungen und vielem mehr vermitteln.

Das Angebot richtet sich nach den Bedürfnissen der Patientin und wird individuell, unabhängig von ärztlichen Terminen, geplant.

Die Breast Care Nurse begleitet zudem den Onko-Treff und die Mind-Body-Medizin-Kurse.

Cornelia Batram

Katrin Naumann

Psychoonkologie

Die Diagnose Brustkrebs löst bei betroffenen Frauen in vielen Fällen Ängste, Hilflosigkeit und Trauer aus.

Zusätzlich zu den Krankheitssymptomen und den Nebenwirkungen der Behandlung sehen sich Betroffene mit existenziellen Themen konfrontiert.

Die Psychoonkologen bieten den Betroffenen Unterstützung bei der Bewältigung der veränderten Lebenssituation.

Unsere Psychoonkologin besucht alle Patientinnen während des stationären Aufenthaltes und steht ihnen bei Bedarf zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung zur Verfügung.

Therapieformen

Operative Therapie

Die operative Therapie steht bei einer Brustkrebs-Erkrankung meist an erster Stelle. Ziel ist dabei die vollständige Entfernung des Tumors. In mehr als zwei Dritteln aller Fälle kann dies brusterhaltend geschehen. Auch bei Vorhandensein mehrerer Tumoren in der Brust (multifokal/multizentrisch) ist heute ein brusterhaltendes Vorgehen Standard. Ermöglicht wird dies durch onkoplastische Operationsverfahren.

Nach einer brusterhaltenden Operation folgt in aller Regel eine Nachbestrahlung der Brust. Damit wird die gleiche onkologische Sicherheit, wie bei einer Entfernung der Brust, erreicht.

Sollte aus verschiedenen Gründen ein brusterhaltendes Vorgehen nicht möglich sein, so bieten wir bei Notwendigkeit zur Entfernung der Brust einen Wiederaufbau an. Dies kann primär, also in der gleichen Operation, oder aber auch zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt erfolgen. Hierfür stehen verschiedene Verfahren zu Verfügung (siehe plastisch-rekonstruktive Chirurgie).

Eine Entfernung von Lymphknoten aus der Achselhöhle erfolgt heute sehr schonend im Sinne der sogenannten Wächterlymphknoten-Biopsie (Sentinel). Eine radikale Entfernung der Lymphknoten ist nur selten indiziert. Bei einer Entfernung des Wächterlymphknotens erfolgt am Vortag der Operation eine Markierung mit einem Kontrastmittel. Spätkomplikationen, wie ein Lymphoedem sind deshalb heute relativ selten. Sollten die Lymphknoten auffällig sein und primär eine Chemotherapie durchgeführt werden, so werden die Lymphknoten vor dieser medikamentösen Therapie markiert. So kann nach einer Chemotherapie, auch bei primär auffälligen Lymphknoten auf eine radikale Entfernung meist verzichtet werden.

Um möglichst bereits während der Operation Gewissheit über die vollständige Entfernung des Tumorgewebes zu erhalten, betreibt das Interdisziplinäre Brustzentrum Rheinfelden ein Schnellschnittlabor direkt neben dem Operationssaal. Hier führt der Pathologe die Erstuntersuchung des Gewebes durch und informiert den Operateur entsprechend bereits während der Operation. Allenfalls notwendige Nachresektionen (Nachoperationen) können somit bereits in der gleichen Operation durchgeführt und weitere Eingriffe vermieden werden.

Plastische und rekonstruktive Chirurgie

Einer der Schwerpunkte des Brustzentrums bei der Behandlung von Brustkrebs ist die plastisch-rekonstruktive Chirurgie.

Neben onkoplastisch ausgebildeten Fachärzten für spezielle operative Gynäkologie arbeiten Fachärzte für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie im Team des Interdisziplinären Brustzentrums.

Es wird ein breites Spektrum an Operationsverfahren angeboten. Diese beinhalten die Spezialformen brusterhaltender Operationen (onkoplastische Chirurgie) wie z.B. die tumoradatierte Reduktionsplastik oder lokale Gewebetransfers zur Vermeidung von Volumendefekten.

Wenn es notwendig ist das gesamte Brustgewebe zu entfernen, wird der Erhalt der Haut und der Brustwarze angestrebt (nipple-sparing Mastektomie). Die Rekonstruktion der Brust kann dann zum Beispiel mit einem Implantat erfolgen. Hierzu werden häufig zusätzlich spezielle Netze oder eine sogenannte azelluläre dermale Matrix verwendet. Diese Operationsverfahren sind entweder einzeitig oder wenn nötig zweizeitig. In letzteren Fällen wird zunächst ein Geweberexpander eingesetzt, welcher später gegen ein endgültiges Implantat getauscht wird.

Unsere plastischen Chirurgen haben sich auf die Rekonstruktion der Brust mit Eigengewebe spezialisiert. Diese Eingriffe erfolgen in aller Regel als freie Gewebetransfers mit mikrochirurgischen Anastomosen unter Schonung der Muskeln. Die am häufigsten durchgeführten Eingriffe sind der DIEP-Flap, SGAP-Flap und TMG-Flap. Dabei erfolgt die Gewinnung des Eigengewebes vom Bauch, Oberschenkel oder dem Gesäss.

Sollte im Einzelfall ein freier Gewebetransfer nicht möglich sein, so kommen gestielte Lappenplastiken zum Einsatz z.B. Latissimus dorsi-Flap.

Ein Wiederaufbau der Brust kann sowohl unmittelbar (Sofortrekonstruktion) als auch nach Abschluss der onkologischen Therapie (sekundäre Rekonstruktion) durchgeführt werden. Auch Jahre nach einer Brustkrebserkrankung ist eine Rekonstruktion möglich. Die Kosten werden von allen Krankenkassen übernommen.

Medizinische Pigmentation

Nicht in jedem Fall kann bei einer Brustoperation die Brust bzw. die Brustwarze erhalten werden. Es gibt aber nach einer Brustrekonstruktion verschiedene Möglichkeiten, die Brustwarze wiederherzustellen. Neben plastisch-chirurgischen Verfahren gewinnt die Pigmentierung als nichtinvasive Methode zunehmend an Bedeutung. Hierbei kann der Warzenhof und mit einer sogenannten 3D-Technik auch die eigentliche Brustwarze optisch rekonstruiert werden. So entstehen ansprechende Ergebnisse, welche vielen Patientinnen neues Selbstbewusstsein und mehr Lebensqualität verleihen.

Strahlentherapie

Trotz vollständiger Entfernung eines bösartigen Brusttumors wird häufig eine Strahlentherapie empfohlen. Grund dafür sind eventuell noch vorhandene, mikroskopisch kleine Tumorzellen, die zu einem Krankheitsrückfall, lokal oder im übrigen Körper, führen können. Bestimmte Vorstufen von Brustkrebs (z.B. Duktales Carcinoma in situ – DCIS) können zu einem Rückfall führen, weshalb die Radiotherapie auch beim DCIS häufig durchgeführt wird. Auch nach Entfernung der Brust kann je nach Risikokonstellation eine Nachbestrahlung notwendig sein.

Bei der Strahlentherapie werden ionisierende Strahlen abgegeben, die mit dem durchstrahlten Gewebe Wechselwirkungen eingehen, die zum Absterben von Zellen führen können. Die Strahlen schädigen die Krebszelle, so dass sich diese nicht mehr teilen und vermehren können.

Die Strahlentherapie wirkt nur lokal. Beginn der Therapie ist ca. 3-4 Wochen nach der Operation oder Chemotherapie. Nebenwirkungen sind in der Regel gering. Zu unterscheiden sind akute Nebenwirkungen (z.B. Hautrötung, oberflächliche Hautläsionen, Brustschwellung, Müdigkeit) während der Therapie, die sich gewöhnlich komplett zurückbilden, von späten Nebenwirkungen, die sich Wochen oder Monate nach Behandlungsende zeigen und teilweise bleibend sein können (z.B. Hautveränderungen, Verhärtungen der Brust). Nebenwirkungen an Rippen, Lunge und Herz sind besonders selten.

Medikamentöse Therapie

Chemotherapie
Ob Sie eine Chemotherapie benötigen, ist von den individuellen Eigenschaften Ihres Tumors abhängig und wird im Rahmen unserer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt. Bei grenzwertiger Tumorbiologie führen wir sogenannte Prognosetests durch, die helfen, den Krankheitsverlauf besser einzuschätzen. Mit diesen modernen Prognosetests kann man heute überflüssige Chemotherapien vermeiden.Die Chemotherapie ist eine systemische Therapie, die im gesamten Körper ihre Wirkung, und somit auch Nebenwirkungen, entfaltet. Ziel der Chemotherapie ist, das Entstehen von Fernabsiedlungen im Körper zu verhindern und somit die Lebenserwartung zu erhöhen.In der Regel greift die Chemotherapie in den Zellteilungsprozess ein und wirkt somit vor allem auf sich schnell teilende Zellen. Da sich Tumorzellen stark vermehren, werden diese besonders geschädigt. Aus diesem Wirkmechanismus resultieren jedoch auch die dabei auftretenden Nebenwirkungen.

Es gibt heutzutage allerdings gute Medikamente und komplementärmedizinische Therapien, welche Ihnen die Nebenwirkungen erträglicher machen können.

In unserem Brustzentrum haben wir zur Verbesserung Ihrer Lebensqualität unter der systemischen Therapie eine komplementärmedizinische Sprechstunde etabliert.

Ausserdem bieten wir Ihnen während der Chemotherapie, falls gewünscht, naturheilkundliche Anwendungen und/oder Akupunktur zur Linderung der Nebenwirkungen an.

Immuntherapie
Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Verschiedene Faktoren können bei der Entstehung bzw. beim Wachstum des Tumors eine Rolle spielen.

Bei etwa 20 % aller Brustkrebspatientinnen ist die Anzahl der HER2-Rezeptoren auf der Oberfläche der Brustkrebszellen massiv erhöht – man spricht von einem HER2-positiven Brustkrebs. In diesem Fall ist eine Therapie mit Trastuzumab (monoklonaler Antikörper) indiziert. Die Therapie erfolgt mittels Infusion über die Vene. Trastuzumab kann neuerdings auch mit einer subcutanen Spritze verabreicht werden.

Eine Antikörpertherapie wirkt überwiegend über das eigene Immunsystem. Sie unterscheidet sich in ihrer Wirkungsweise grundlegend von einer Chemotherapie. Das Prinzip der Antikörpertherapie beruht auf der gezielten Erkennung von Strukturen auf der Zelloberfläche von Krebszellen. Die sogenannten monoklonalen Antikörper unterbrechen dabei Signalwege der Tumorzellen und können diese mithilfe des Immunsystems eliminieren. Da weniger gesunde Zellen dabei in Mitleidenschaft gezogen werden ist die Therapieform in der Regel besser verträglich.

Eine beim Mammakarzinom häufig eingesetzte Antikörpertherapie ist die Therapie mit Trastuzumab und gegebenenfalls Pertuzumab.

Bei höherem Rezidivrisiko (Lymphknotenbefall oder Tumorgrösse >2cm) wird Herceptin gemeinsam mit Pertuzumab eingesetzt. Durch die duale Blockade kann die Wirksamkeit noch verstärkt werden. Zusätzlich ist Pertuzumab auch ein Mediator für antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität.

Antihormonelle Therapie
Etwa 80% aller Mammakarzinome weisen Rezeptoren der weiblichen Hormone (Östrogen und Progesteron) auf. Das bedeutet, das Wachstum der Krebszellen wird durch diese Hormone verstärkt. Die endokrine Therapie macht sich diese Hormonabhängigkeit zunutze indem sie entweder die Hormonrezeptoren (Tamoxifen) oder die Bildung der Hormone blockiert (Aromatasehemmer). Auf diese Weise kann die Bildung von Fernmetastasen und das erneute Auftreten der Krankheit (Auftreten von Rezidiven) vermindert bzw. verhindert werden.

Die endokrine Therapie erfolgt in der Regel in Form einer Tablette, die einmal pro Tag eingenommen wird. Bei jüngeren Frauen vor der Menopause erfolgt je nach Tumorbiologie gegebenenfalls  eine zusätzliche Blockade der Eierstöcke mit einer Spritze, die im Drei-Monats-Intervall appliziert wird. Da die endokrine Therapie auch Nebenwirkungen wie zum Beispiel Hitzewallungen, Knochen- und Muskel- und Gelenkbeschwerden hat, bieten wir Ihnen mit unserem ambulanten Angebot der integrativen Onkologie viele effektive Möglichkeiten diese zu lindern und können sie so gut durch die Therapie begleiten.

Klinische Studien

Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden in der Behandlung von Brustkrebs grosse Fortschritte erzielt.

Die meisten neuen Erkenntnisse stammen aus kontrollierten klinischen Studien, in denen die besten Therapien mit neuen vielversprechenden Behandlungsmethoden verglichen werden.

Wir beteiligen uns an wissenschaftlichen Studien und erklären Ihnen, was eine eventuelle Studienteilnahme bedeutet, welche Vorteile und Chancen damit verbunden sein können und wie gesetzliche Regelungen die Rechte der Studienteilnehmer schützen.

An unserem Interdisziplinären Brustzentrum werden aktuell folgende Studien angeboten:

OPBC-02/PREPEC:
Einfluss der Positionierung des Implantats - vor oder hinter dem Brustmuskel - auf die Lebensqualität der Patientinnen bei Brust-Rekonstruktionen

Principal Investigator:
Dr. med. Maik Hauschild

Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier

GBG 29 (Breast Cancer in Pregnancy (BCP)):
Prospektive und Retrospektive Registerstudie der German Breast Group (GBG) zur Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms in der Schwangerschaft mit jungen, nicht schwangeren Patientinnen (<40 Jahre) als Vergleichskohorte

Principal Investigator:
Dr. med. Maik Hauschild

Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier

SAKK 23/18:
Vakuum-assistierte Brustbiopsie vor einer Tumoroperation zur Feststellung des Erfolgs der vorgängigen Chemotherapie (VISION I)

Principal Investigator:
Dr. med. Maik Hauschild

(Vorerst Rekrutierung gestoppt)

Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier

Bei Fragen und Interesse an einer Studienteilnahme können Sie uns gerne kontaktieren:

Gesundheitszentrum Fricktal AG
Melanie Brück (Study Nurse)
Riburgerstrasse 12
4310 Rheinfelden
T +41 (0)61 835 64 12
melanie.brueck@gzf.ch

  • Spital Rheinfelden
    Riburgerstrasse 12
    4310 Rheinfelden
    T +41 (0)61 835 66 66
    Kontakt
  • Spital Laufenburg
    Spitalstrasse 10
    5080 Laufenburg
    T +41 (0)62 874 50 00
    Kontakt
  • Villa Robersten
    Roberstenstrasse 33
    4310 Rheinfelden
    T +41 (0)61 835 08 65
    villa@gzf.ch
  • Fachärztehaus Frick
    Mühlegasse 18
    5070 Frick
    T +41 (0)62 865 77 77
    Kontakt
  • Praxis im Zentrum
    Landstrasse 38
    5073 Gipf-Oberfrick
    T +41 (0)62 871 40 61
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  • Praxis am Bahnhof
    Bahnhofstrasse 30
    4310 Rheinfelden
    T +41 (0)61 831 55 26
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  • Praxis IAVO
    Bahnhofstrasse 1
    4313 Möhlin
    T +41 (0)61 851 51 00
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